und wer ist man (ein Meermensch)
und wie arbeitet man
und wo wär man so gern, jetzt
— Nora-Eugenie Gomringer

Überall Faschismus/2. Teil: Eine Reihe unerwünschter Auseinandersetzungen (Aus der Reihe: Zur Rolle von Korandeutungen in der aktuellen Islamdebatte)

Von | 4. Januar 2015 | Kategorie: Die Gesellschaft | Unkommentiert | 2.399 Aufruf(e)

Da der Islam im Zusammenhang des Faschismusvorwurfs in der Regel auch des Antisemitismus bezichtigt wird, widmet sich der vorliegende Aufsatz speziell diesem Punkt.

Dass Faschismus und Antisemitismus untrennbar verbunden sind, ist zwar insofern etwas schief, als zumindest eine Reihe von Historikern die These vertritt, dass der Faschismus (also Mussolini resp. der italienische Faschismus) von seinem Ursprung her gar nicht antisemitisch war, sondern den Antisemitismus erst von den Nationalsozialisten übernommen habe. Manche Autoren gehen sogar soweit zu behaupten: „Vor allem der krankhafte Antisemitismus der Nationalsozialisten, der zur Vernichtung der Juden führte, war dem Faschismus völlig fremd“. Andererseits wird diese Einschätzung auch heftig angegriffen (vgl. etwa den Artikel „Der italienische Faschismus war antisemitisch und Mussolini kein Modernisierer. Gegen die Geschichtsklitterung“ der amerikanischen Historikern Victoria de Grazia in der Zeit vom 27. Mai 1994). Für unseren Kontext ist diese Spezialfrage allerdings getrost außer Acht zu lassen, da „Faschismus“, so er dem Islam zur Last gelegt wird (sieht man von den oben erwähnten mentalitätsgeschichtlichen Betrachtungen Abdel-Samads ab) ohnehin nicht ein konkretes historisches Phänomen meint, sondern ein Bündel allgemeiner Merkmale wie „totalitär“, „gewalttätig“ und dann eben auch „antisemitisch“. Einmal als eine fanatisch intolerante und gewalttätige Ideologie bestimmt, bedeutet „Faschismus“ dann eben eo ipso auch „antisemitisch“. Mit Blick auf den Islam lautet einer der Hauptfragen, woher der in der islamischen Welt nachweisbare Antisemitismus kommt: Ist er „lediglich“ übernommener Antisemitismus oder ist er Teil der Religion selbst? Handelt es sich bei ihm um eine Erscheinung jüngeren Datums, bedingt etwa durch den arabisch-israelischen Konflikt, oder gehört er unabdingbar und von Beginn an zum Islam? Wie schwierig solche Fragen zu beantworten sind, soll in diesem Aufsatz deutlich werden.

In der Charta der Hamas wird zur Tötung der Juden aufgerufen, und ihr erster Artikel behauptet zudem, die Widerstandsbewegung entnehme ihre Richtlinien dem Islam selbst. Aufrufe zur endgültigen Vernichtung des Judentums bei gleichzeitiger Berufung auf Koran und Sunna sind in islamistischen Kreisen an der Tagesordnung. 2010 z.B. übertrug das Fernsehen der palästinensischen Autonomiebehörde die Freitagspredigt, in deren Verlauf der Imam seinen Zuhörern zurief, ihr Land könne nur befreit werden, „wenn alle Muslime bereit“ seien, „Dschihad-Kämpfer um Allahs willen zu werden.“ Denn der Prophet habe gesagt: „Du sollst die Juden bekämpfen und töten“ (vgl. Christoph Schult: Heiliges Land, Heiliger Krieg. In: Dietmar Pieper und Rainer Traub (Hg): Der Islam. 1400 Jahre Glaube, Krieg und Kultur, S. 191). Die israelische Organisation „Palestinian Media Watch“ beklagt, dass die Aufforderung, den Judenstaat aus religiösen Motiven zu zerstören, längst nicht mehr auf Islamisten beschränkt ist; die Rhetorik der säkularen Fatah-Partei habe sich „religiös eingefärbt“ (ebd.). Für den Historiker und Politikwissenschaftler Matthias Küntzel stößt der Antisemitismus der Islamisten in der Umma, also der Gemeinschaft der Muslime nicht nur kaum auf Gegenwehr, sondern etabliert sich als deren „wichtigster gemeinsamer Nenner“ (Matthias Künzelsau: Islamischer Antisemitismus. Vortrag aus Anlass der Konferenz „Ewiger Judenhass?“ am 1.12.2003 in Frankfurt a.M.). Die liberale muslimische Religionspädagogin Lamya Kaddor gesteht: „Wir Muslime haben ein ernst zu nehmendes Problem. Offener Antisemitismus ist fester Bestandteil der meisten islamistisch-fundamentalistischen Gruppen. Zumindest latenter Antisemitismus ist vor allem unter ganz normalen Muslimen verbreitet“ (Lamya Kaddor: „Importierte Verachtung. Wir Muslime müssen mehr gegen die Judenfeindlichkeit in den eigenen Reihen tun.“ In: Die Zeit vom 7. Dezember 2013). 2011 warnte der Präsident des Zentralrats der Juden Dieter Graumann dass durch die Zuwanderung von Muslimen der Antisemitismus in Deutschland Auftrieb erhalte: “Der Antisemitismus in den muslimischen Communitys ist oft zu stark ausgeprägt, besonders unter männlichen Jugendlichen“ (Spiegel Online vom 13.3.2011). Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt: „Es sind vielfältige antisemitische Stereotype, die bei muslimischen Jugendlichen in Deutschland zu finden sind. So sind beispielsweise bei türkischen Jugendlichen seit ein paar Jahren verstärkt Verschwörungstheorien im Umlauf über die Herrschaft der Juden in der Finanz- und Weltpolitik. Auch wird den Juden eine einflussreiche und negative Rolle bei den innertürkischen Konflikten zugeschrieben.“ Zugleich heißt es aber auch, dass sich bei arabischen Jugendlichen der Antisemitismus meist anhand des Nahostkonfliktes bemerkbar mache. Man könne hier von „antizionistischem Antisemitismus“ sprechen, da kaum zwischen Israelis und Juden unterschieden werde.

Stehen beim Antisemitismus der islamischen Welt also doch politische Interessen im Vordergrund, die erst anschließend religiös begründet werden? Verdankt sich die religiöse Legitimation womöglich einer Entstellung der islamischen Schriften, ist somit ihrerseits rechtmäßig? Oder lässt sich, wie Kaddor meint, „eine islamimmanente Judenfeindschaft […] weder geschichtlich noch religiös belegen?“ Das würde bedeuten, dass der Koran missbraucht wird und nicht Movens für antisemitische, islamistische Denkmuster und Handlungen ist bzw. sein kann. Und selbst wenn der Antisemitismus von Beginn an dem Islam anhaftet, wäre immer noch zu prüfen, ob er ihm wesensmäßig innewohnt oder ober er lediglich übernommen ist, importiert von anderen Kulturen und Religionen, die älter sind als er selbst.
Zunächst: Tatsächlich lässt sich eine Reihe bedeutender Islamisten anführen, deren Positionen als antisemitisch zu bezeichnen sind. Neben dem bereits erwähnten al-Husseini z.B. Sayyid Qutb, einer der wichtigsten islamistischen Denker des 20ten Jahrhunderts und in den 50er Jahren bis zu seinem Tod 1966 so etwas wie der Chefideologe der Muslimbrüder, in dessen Werk es heißt: „Die Juden von heute gleichen ihren Ahnen zur Zeit Mohammeds: sie zeigen Feindseligkeit, seitdem der Staat von Medina gegründet wurde. Sie verübten Anschläge gegen die Gemeinschaft der Muslime vom ersten Tag an, an dem diese sich bildete. Die Juden betrieben Machenschaften und waren doppelzüngig, um die ersten Muslime anzugreifen. Und so machten sie immer weiter in ihrer Bosheit […] um die Gemeinschaft der Muslime von ihrer Religion zu entfernen und sie dem Koran zu entfremden. […] Von solchen Kreaturen, die töten, massakrieren und Propheten verleumden, kann man nur eines erwarten: Menschenblut zu vergießen […] Allah hat Hitler gebracht, um über sie zu herrschen; […] und Allah möge (wieder) Leute schicken, um den Juden die schlimmste Art der Strafe zu verpassen; damit wird er sein eindeutiges Versprechen erfüllen“ (Wikipedia).

Küntzel sieht im islamischen Antisemitismus eine Kombination aus religiösem Antijudaismus des Frühislam und europäischem Antisemitismus der Moderne. Zwar zeichne der Koran ein mehrdeutiges Bild von Juden, jedoch überwiege die Anzahl judenfeindlicher Aussagen. Diese Ambivalenz des Korans gründe in den überlieferten Lebenserfahrungen Mohammeds, dem die Juden zunächst als die Kronzeugen Gottes, dann jedoch, als sie sich den Vereinnahmungsversuchen des Propheten entzogen, als die schlimmsten Feinde galten. Einen Höhepunkt fand die Verknüpfung von koranischem Antijudaismus und europäischem (politischen) Antisemitismus nach Küntzel in der nationalsozialistischen Propaganda, in der die Dschihad-Idee in den Dienst der deutschen Weltkriegsinteressen gestellt wurde. Dazu kam laut Küntzel ab Mitte der dreißiger Jahre die Übernahme antisemitischer Weltverschwörungstheorien (Matthias Küntzel: „’Islamischer Antisemitismus’ – Ursprünge und Entwicklungen in der islamischen Welt und in Europa. In: „Islamischer Antisemitismus“ und „Islamophobie“ , Hrsg.: Friedrich Ebert Stiftung, Berlin 2008,
S. 6).

Da Verschwörungstheorien heute viel Zuspruch genießen, ist es gerade auch im Hinblick auf die Rede vom „Islamfaschismus“ sinnvoll, einen kurzen Seitenblick auf einen ihrer derzeit bekanntesten Vertreter zu werfen, auf den Publizisten Jürgen Elsässer, bei dem wie auch bei dessen Gefolgschaft die Idee von Verschwörung(en) einhergeht mit massiven Angriffen gegen „die“ Medien, und der außerdem noch eine neue Form des Faschismus eruiert zu haben glaubt, den sogenannten „Natofaschismus“. Elsässer befindet sich seit Jahren in einem Prozess politischer Selbstfindung, hat dabei immer weitere Drehungen nach links vollzogen, bis er in einem diffusen Irgendwo hängengeblieben ist, um nun von dieser Vogelperspektive aus den durch die Medien manipulierten Massen das Weltgeschehen zu erklären. Begonnen als Mitglied des Kommunistischen Bundes, fiel er später als Mitbegründer der sogenannten Antideutschen auf. Nach einem neuerlichen Wechsel der Fronten bewegt er sich zwar immer noch im antiimperialistischen Fahrwasser, das nun jedoch nicht mehr mit einem antideutschen Gestus („Nie wieder Deutschland“) sondern einem spezifischen Anti-Amerikanismus verbunden ist. Als Chefredakteur und Herausgeber der unter Werbeslogans wie „Mut zu Wahrheit“ oder „Wir verteidigen Nation und Demokratie gegen den Global-Faschismus“ stehenden Zeitschrift COMPACT erfreut er seine Leserschaft mit Thesen, denen gemeinsam ist, dass sie sich gegen die sogenannten “Mainstreammedien“ wenden, die, wie wir schon sahen, auch in anderen politischen Kreisen immer mehr zu einem Feindbild avancieren. Für Elsässer ist z.B. klar, dass es sich bei Al-Qaida um ein „fake“ handelt (Stichwort 9/11 als inside job, als „Mutter aller Lügen“. Alle (…) Kriege, die seither geführt werden, würden mit der islamofaschistischen Gefahr begründet, die am 11. September evident geworden sei, so Elsässer in einem Interview, siehe youtube). Bin Laden, so lässt er uns wissen, war CIA-Agent. Bei sämtlichen Terroranschlägen seit den 90er Jahren seien Geheimdienste mit im Spiel gewesen und sie hätten ausschließlich den Sinn, Islamisten den Terror in die Schuhe zu schieben, um eine antiislamische Stimmung zu erzeugen (youtube). Da nimmt es nicht wunder, wenn er die These vertritt, das „Israel-Finanzkapital“ brauche zur Unterstützung eine anti-islamische Rechte, die er denn auch gleich mit dem Namen „Faschismus“ belegt. „Antiislamismus hat den Antisemitismus als zentrale Ideologie des Faschismus abgelöst“ teilt er auf seinem Blog jedem mit, dem der Sinn für extravagante Positionen nicht abhanden gekommen ist. Auf den Begriff des Islamofaschismus will Elsässer gleichwohl nicht verzichten, er verortet ihn jedoch an anderer Stelle. „Faschistisch – besser wäre der Begriff extremistisch, denn der F-Begriff ist eine ziemlich europäische Veranstaltung – wird der Islam da, wo er vom Wahhabismus – der Staatsreligion Saudi-Arabiens – infiziert und deformiert wird.“ Bis hierhin dürfte der Gedanke für viele noch nachvollziehbar sein: „Der Islam an sich ist nicht aggressiver als andere Religionen. Fromm ist eine innere Haltung, nicht notwendig intolerant gegen andere“, extremistisch werde er erst im Islamismus der Wahhabiten. Da diese aber die „Hauptverbündeten der USA in der arabischen Welt“ seien, schließt Elsässer: „Islamfaschisten sind die Alliierten der aggressivsten Kräfte des Westens“ (Link). Hier diktiert vermutlich der alte Antiamerikanismus die Logik der Beweisführung und führt zu der recht eigenwilligen Auffassung, dass der Islamismus Produkt der USA ist. Als Elsässer sich auf einer der von ihm mitinitiierten Montagsdemonstrationen für den Frieden, die seit einigen Monaten in zahllosen deutschen Städten stattfinden, dagegen verwahrt, in die rechte Ecke gestellt zu werden, lokalisiert er den neuen Faschismus nicht „bei uns“ sondern in der Ukraine – „und zwar mit Hilfe der Nato. Deswegen sollte man vom Natofaschismus reden“ (Link). Zusammenhänge dieser Art werden Elsässer zufolge von den Mainstreammedien verschwiegen und vertuscht. Dabei liegt die Unterstellung, dass uns „die Medien“ nicht nur nicht richtig aufklären sondern manipulieren, voll im Trend. Mittlerweile kann man, wie angedeutet, ohne Übertreibung von so etwas wie „Medien-Bashing“ sprechen. Die Politik(er)verdrossenheit scheint bei manchem einer Medienverdrossenheit gewichen zu sein. Ihren ganz eigenen „Mut zur Wahrheit“ und zu ausgefallenen Positionen unter Beweis gestellt hat erst vor kurzem wieder Eva Herman, die ihre Erkenntnisse über die Schlechtigkeit der Medien nicht nur in Elsässers COMPACT veröffentlicht, sondern auch in der Preußischen Allgemeinen, wo sie am 5.5.2014 bemerkte, dass „die Massenmedien“ „eilfertig den Mächtigen“ dienten und „in fremdem Auftrag für die Abschaffung wichtiger Instanzen wie Werte und Moral, Fürsorge und Verantwortung“, gar „für das Ende der Nächstenliebe“ sorgen. Nicht nur Christen werden sich schon lange gefragt haben, wo die Nächstenliebe eigentlich hin ist. Nun also endlich die Antwort. Die Nächstenliebe wurde von den Massenmedien abgeschafft – einem Bereich, dem auch Frau Herman angehört(e), jedenfalls bis 2007, als sie der Nächstenliebe folgte und wie diese von den Medien (in ihrem Fall dem NDR), wahrscheinlich unter dem Einfluss bösartiger Mächte ebenfalls abgeschafft wurde. Bemerkenswert sind auch die Ergüsse eines anderen Gefährten von Elsässer, des zum Islam konvertierten derzeitigen Herausgebers der Islamischen Zeitung, zugleich Miteigentümer und Autor von COMPACT, Andreas Abu Bakr Rieger, der 1993 in einer Rede auf der Veranstaltung zu Ehren des Islamisten Cemaleddin Kaplan, des „Kalifen von Köln“, mehreren Hundert anwesenden Muslimen zurief: “Wie die Türken, so haben auch wir Deutsche oft schon in der Geschichte für eine gute Sache gekämpft, obwohl ich zugeben muss, dass meine Großväter bei unserem gemeinsamen Hauptfeind nicht ganz gründlich waren.“ Rieger hat sich später von diesem Satz distanziert, er hält ihn jetzt für „eine unheilvolle Begleiterscheinung meines Seins” (Spiegel Online vom 01.10.2007). Erschreckend jedoch dürfte auch rückblickend die damalige Reaktion des Publikums sein: Kein Protest, sondern, einige Sätze später, lautstarkes „Allahu Akbar“ – womit wir wieder beim Thema wären.

Unverhohlen und drastischer als in Deutschland verbreitet sich islamischer Antisemitismus in der islamischen Welt selbst, z.B. in islamischen Fernsehkanälen wie „Al Manar“ der Hisbollah oder „al Aqsa“ der Hamas, in denen er freilich durch den israelisch-palästinensischen Konflikt überlagert wird. Folgt man Küntzel, so ist in diesen Sendern die „von Gott gewünschte ‘Auslöschung der Juden’ längst“ sogar „zum Leitthema des Kinderprogramms avanciert“ (Matthias Küntzel, a.a.O., S. 7). Im Mai 2014 ist ein Video mit dem Titel „Hamas TV Children’s Show Encourages Killing of Jews“ im Internet aufgetaucht, das Ausschnitte aus einer Kindersendung der Hamas zeigt, in dem kleine Kinder zum Töten von Juden animiert werden. Die Angriffe gegen Juden in arabischen Medien sind allerdings schon lange unübersehbar. Am 28.8. 2001 appellierte Radio Bagdad an die arabische islamische Nation und zwar in direkter Anspielung auf den Koran, „die Söhne von Affen und Schweinen unter den Zionisten aus dem eroberten Land (Palästina) zu werfen“ (Robert S. Wistrich: Muslimischer Antisemitismus. Berlin 2012 , S. 97). Die häufig vertretene Meinung, es handele sich bei diesen Verbalattacken in arabischen Medien „nur“ um Antizionismus, hält Wistrich für eine Ausrede und zitiert den israelischen Literaturkritiker Hillel Halkin: „Israel ist der Staat der Juden. Zionismus ist der Glaube, dass die Juden einen Staat haben sollten. Israel zu verleumden heißt die Juden zu verleumden“ (ebd., S. 38). Ob „nur“ (politischer) Antizionismus oder Antisemitismus: In jedem Falle beängstigend sind auch Studien zur Beschreibung von Juden in arabischen Schulbüchern (vgl. Wolfram Reiss: Die Darstellung des Judentums in arabischen Schulbüchern. In: Gisbert Gemein (Hg.): Kulturkonflikte – Kulturbegegnungen. Juden, Christen und Muslime in Geschichte und Gegenwart, S. 169-186). Zu trauriger Berühmtheit haben es dabei vor allem die von der Washington Post im Jahre 2006 (also nach 9/11 und der sich daran anschließenden Forderung westlicher Staaten, Hass gegen den Westen und Andersgläubige aus dem Unterrichtsmaterial zu entfernen) untersuchten Schulbücher aus Saudi-Arabien gebracht, die den Kindern Dinge beibringen wie: „Der wahre Glaube bedeutet, dass du die Ungläubigen und die Polytheisten hasst“ (Buch für die vierte Klasse) oder: „Die Affen sind die Juden, die Leute des Sabbat, und die Schweine sind die Christen, die ungläubigen Anhänger Jesu“ (Buch für die sechste Klasse) (vgl. dazu auch Abdel-Samad a.a.O., S. 112ff.).

Antijudaismus findet sich jedoch nicht etwa bloß in den Schriften von Islamisten, arabischen Medien oder Schulbüchern aus islamischen Ländern. Ohne große Mühe lässt sich eine Vielzahl entsprechender Koranverse finden. Berühmt-berüchtigt sind die, in denen die Juden mit Affen und Schweinen verglichen werden, so z.B. 2 :65, 5:60 und 7:166. In Sure 5:82 heißt es: „Du wirst sicher finden, dass diejenigen, die sich den Gläubigen gegenüber am meisten feindlich zeigen, die Juden sind.“ In 4:47 wird dazu aufgefordert, an die neue Offenbarung, den Koran, zu glauben; derjenige, der diese Mahnung nicht befolge, dessen Gesicht werde Gott vernichten und ihn verfluchen, wie Gott auch „die Leute, die sich gegen das Sabbatgebot vergangen hatten, verflucht habe“ (so die Übersetzung bei Paret; in der zur Zeit von Salafisten verteilten Koranausgabe ist übrigens nicht vom Verstoß gegen den Sabbat die Rede, sondern einfach von den Sabbatleuten, somit von Juden generell). Sure 2:61 fordert, dass die Juden gedemütigt werden müssen, weil sie die Propheten ermordet und die Zeichen Gottes nicht als wahr angenommen hätten (ähnlich auch 5:78). An anderen Koranstellen werden Juden als Wucherer verdammt (4:161) und der Lüge bezichtigt (3:71). Juden würden den Wortlaut der Schrift verdrehen (5:13, 2:41, 2:174 und 3:71) und gegen die Religion (d.h. gegen den Islam) ausfällig werden (5:4). Gott habe die Juden verflucht, weil sie jedes Mal, wenn ein Gesandter ihnen etwas überbrachte, diesen in ihrem Hochmut als lügnerisch erklärt oder ihn sogar umgebracht hätten (2:87). Da sie Esra als Sohn Gottes ansähen (so wie die Christen Jesus), begehen die Juden in den Augen des Koran das schlimmste und grundsätzlich nicht entschuldbare Verbrechen: die Vielgötterei (9:30).

Auf solche Stellen des Koran berufen sich keineswegs nur radikale, gewalttätige Islamisten, sondern z.B. auch Abd Al-Rahman Al-Sudayyis, Imam an der Ka’aba Moschee in Mekka (!): „Die heutigen Juden [sind] teuflischen Ursprungs, sie sind Ungläubige, sie vernebeln das Wort [Gottes], sie sind Anbeter des [goldenen] Kalbes, Prophetenmörder […] und der Abschaum der menschlichen Rasse, welchen Allah verflucht und in Affen und Schweine verwandelt hat“ (Wistrich a.a.O., S. 108). Jene Stelle aus der fünften Sure hatte der ägyptische Ex-Präsident Mursi im Kopf, als er die „Zionisten“ als die „Nachfahren von Affen und Schweinen“ bezeichnete (s. Die Welt, 31.1.2013). Und auch Großscheich Muhammad Sayyid Tantawi, Imam der Al-Azhar-Moschee und Rektor der Al-Azhar-Universität, hat direkten Bezug auf diese Koranverse genommen, als er die Juden als “Feinde Allahs, Abkömmlinge von Affen und Schweinen” bezeichnet hat (Link). So regt sich der Verdacht, der Koran stelle nicht eine an den Haaren herbeigezogene Legitimation, sondern eine unerschöpfliche Quelle judenfeindlicher Aussagen dar. Da er für jeden Muslim das direkte Wort Gottes bedeutet – dass der Koran von Allah stamme, ist für den muslimischen Glauben so konstitutiv wie für den Christen der Glaube, dass Jesus Gottes Sohn ist – , kann sein Inhalt zwar interpretiert, aber weder bezweifelt noch kritisiert werden. Zu welch intellektuellen Verrenkungen dies führt, sieht man an den Stellungnahmen, die die Al-Azhar Universität, mithin die weltweit wichtigste Autorität des sunnitischen Islam, zu den oben erwähnten judenfeindlichen Versen abgab. So berichtete die saudische Tageszeitung al-Watan im März 2003 über eine Empfehlung der zur Al-Azhar gehörenden Akademie für islamische Studien, nach der die Bezeichnung „Affen und Schweine“ für heute lebende Juden untersagt werden sollte. Dem jedoch widersprach Scheich Muhammad al-Rawi, ebenfalls von der Al-Azhar, mit dem Argument, der Schöpfer selbst habe „sie [die Juden] als Affen und Schweine beschrieben. Der Wahrheit muss sich der Mensch unterwerfen […] Wie kann man von uns verlangen, dass wir eine Beschreibung der Juden, die im Koran vorkommt, aufheben?“ Der Leiter der Abteilung für islamische Studien betonte dagegen, die Beschreibung der Juden als Abkommen von Affen und Schweinen stelle im Koran keinen Angriff oder eine Verachtung der Juden im Allgemeinen dar. Schließlich würdige der Koran sie an anderen Stellen als „Gemeinde Moses“, als „Leute der Thora“ und als „Leute des Buchs“. Umstritten ist unter Koranexegeten nicht bloß, ob sich die genannten Verse auf Juden allgemein beziehen oder bloß auf das Verhalten derjenigen Juden, die sich am Sabbat vergangen hätten. Daneben geht es auch darum, ob die im Koran erwähnte Bestrafung der Juden wörtlich zu verstehen ist (Allah sie also wirklich in Affen und Schweine verwandelte) oder „lediglich“ metaphorisch, ob also gemeint ist, die Juden verhielten sich wie Affen und Schweine. Und schließlich steht infrage, welche Konsequenzen sich aus den Textinterpretationen für die „Beurteilung“ der heute lebenden Juden ergeben. Schwierige Fragen also, mit denen sich die bedauernswerten Islamgelehrten zu beschäftigen haben.

Antijudaismus ist deutlich auch in den Hadithen festzustellen, wenn dort z.B. behauptet wird, die Juden hätten, entsprechend ihrer perfiden Natur, Mohammeds langen und qualvollen Tod verursacht (Wistrich, a.a.O., S. 44f). Zu den in diesem Zusammenhang meist zitierten Hadithen gehört jener, in dem die Muslime mit folgenden Worten angesprochen werden: „Ihr werdet die Juden bekämpfen, bis einer von ihnen Zuflucht hinter einem Stein sucht. Und dieser Stein wird rufen: ‘Komm herbei! Dieser Jude hat sich hinter mir versteckt! Töte ihn!’“ Dieser von der islamischen Gelehrsamkeit als authentisch/glaubwürdig (sahih) eingestufte Hadith gehört zu der bereits erwähnten wichtigsten Hadithsammlung (Sahih al-Buhari: Nachrichten von Taten und Aussprüchen des Propheten Muhammad. Stuttgart 2006, S. 311). Gelegentlich einer Stellungnahme zu den von „moslemischen Fanatikern“ verübten Morden in einem Brüsseler jüdischen Museum im vergangenen Mai hat der tschechische Präsident Milos Zeman diesen Hadith zitiert, um zu „beweisen“, dass der Antisemitismus von der gleichen Ideologie stammt, auf der besagte fanatische Gruppen aufbauen, sprich: Der Antisemitismus kommt aus dem Herzen des Islam und ist nicht beschränkt auf „eine kleine Gruppe Extremisten“. Auf die Forderung des Generalsekretärs der Organisation für Islamische Zusammenarbeit Iyad bin Amin Madani, sich hierfür zu entschuldigen, ließ der Präsident über seinen Sprecher verlautbaren: „Der Herr Präsident wird sich entschieden nicht entschuldigen. Denn der Herr Präsident würde eine Entschuldigung für das Zitieren eines heiligen islamischen Textes als Gotteslästerung erachten” (s. prag-aktuell.cz vom 10.6.2014). Der Islamkritiker (manche sagen „Islamfeind“) Zeman verwendet also exakt das gleiche Argumentationsmuster, das wir soeben beim Islamgelehrten der Al-Azhar Muhammad al-Rawi sahen. Kaum weniger wohlwollend versteht Abdel-Samad den Hadith. In ihm komme zum Ausdruck, dass Mohammed die Auseinandersetzung mit den Juden nicht als temporäre Episode sah, sondern als einen bis zum Jüngsten Gericht währenden Schicksalskampf (Abdel-Samad a.a.O., S. 84).
Wer den Vers hingegen entschärfen will, beteuert, dass er auf keinen Fall wörtlich zu verstehen sei – Steine könnten schließlich nicht sprechen, so ein beliebtes Argument in muslimischen Internetblogs. Unbekümmert ob solcher Deutungsfragen zeigt sich allerdings die bereits erwähnte Charta der Hamas. In deren siebtem Artikel wird genau dieser Hadith als (göttliche) Legitimation ihres gewaltsamen Kampfes angeführt. Aber wie auch immer: Der Hadith lässt sich zeitlich betrachtet jedenfalls schwerlich auf den Nahostkonflikt zurückführen, und er stellt überdies mitnichten eine Ausnahme dar; es gibt eine große Anzahl weiterer Hadithe, in denen Mohammed klare Befehle gibt, Juden zu töten (vgl. z.B. Buhari a.a.O., S. 317). Natürlich kann man (wenn man will) auch hier noch die Frage stellen, ob solche Aussprüche wirklich Antijudaismus bezeugen, ob also die entsprechenden Hadithe sich gegen Juden als Juden richten oder als (politische) Feinde, die gewissermaßen nur zufälligerweise eben auch Juden sind. Schon die reine Quantität entsprechender Hadithe, vor allem die Massivität, mit der dort Juden beleidigt und verflucht werden, in denen zu ihrer Tötung aufgerufen wird und in denen sie als Schuldenbock verunglimpft werden, ist allerdings bestürzend (vgl. z.B. ebd., S. 105, 108, 253, 310, 407, 411).

Nun gibt es bei den Hadithen natürlich das generelle Problem ihrer Authentizität, und dies selbst bei jenen Hadithen, die als „sahih“ gelten. Zudem ist nicht immer klar, welche Hadithe auf eine bestimmte Fragestellung anzuwenden sind. Hadithe werden oftmals herangezogen, wenn der Koran keine Antwort auf ein aktuelles Problem gibt oder zu geben scheint. Selbst also im Falle als authentisch bewerteter Hadithe, besteht immer die Frage, wie die jeweilige, aktuelle Situation überhaupt eingeschätzt wird, die es dann aufgrund von Hadithen zu klären gilt. So geht ja eine Vielzahl von Islamisten davon aus (oder behauptet), dass der Islam vom „Westen“ angegriffen werde, sich also in einer Verteidigungssituation befindet, gegen die er sich dann eben auch mittels Gewalt zur Wehr setzen dürfte. Aber ist dem so? Und welche Instanz bestimmt, was ein Verteidigungsfall ist, darf über die rechtmäßige Heranziehung von Hadithen mit Bezug auf eine gegebene Situation entscheiden?

Fragen nach der Übertragung auf aktuelle Situationen betreffen natürlich auch den Koran, die Biographie des Propheten und andere islamische Schriften über die Frühzeit des Islam. Daher soll nun unter der leitenden Fragestellung, ob man innerhalb des Ur-Islam einen spezifisch religiös bedingten Antisemitismus ausmachen kann, der auf die heutige Zeit lediglich übertragen wird, der viel diskutierte und von Islamkritikern als Beispiel für Mohammeds Hass auf Juden angeführte Fall der Banu Quraiza behandelt werden. Man kann an diesem Fall sehr gut die grundsätzliche Problematik der Rede vom islamischen Antisemitismus illustrieren. Dabei geht es zunächst noch nicht um die Frage, ob Antisemitismus dem Islam wesensmäßig innewohnt oder ob dieser jenen nur übernommen hat, sondern darum, ob die Vertreibung und Ermordung der Juden in Medina durch Mohammed überhaupt eine antijudaistische Tat darstellt oder nicht. Haben wir es, so die erste Frage, mit einer rein politisch motivierten Tat zu tun oder spricht sich in dieser auch ein religiös imprägnierter Antisemitismus aus?

Mohammed soll nach islamischer Überlieferung – nach Hadithen, Koran, Sira (Biographie des Propheten) sowie der sogenannten „Maghazi-Literatur“, d.h. den Schriften über Mohammeds Feldzüge – einen jüdischen Stamm mit dem Namen „Banu Quraiza“ ausgerottet haben, wobei Schätzungen zufolge bis zu 900 Juden exekutiert wurden. Nach der ältesten und bekanntesten Mohammed-Biographie, der von Ibn Ishaq, ist Mohammed auf ausdrücklichen Befehl Allahs gegen die Banu Quraiza vorgegangen (vgl. Hartmut Bobzin: Mohammed. München 2006, S. 104). Zur Rechtfertigung dieses Verbrechens wird nun argumentiert, dass die Tötung der Juden „nur“ deswegen geschehen sei, weil diese Mohammed entgegen einer Abmachung keinen Beistand gegen die Bekämpfung des Feindes (d.h. gegen die Mekkaner) geleistet hätten. Mohammed hatte in Medina eine Verfassung niederschreiben lassen, die Glaubensfreiheit garantierte, die Juden aber dazu verpflichtete, ihm militärisch beizustehen. Man könnte demnach zu dem Ergebnis kommen: Keine Tötung der Juden als Juden, und damit auch kein Antisemitismus bzw. Antijudaismus. Stattdessen „nur“ die (gerechte) Bestrafung dafür, dass die Juden Mohammed bei der sogenannten Grabenschlacht gegen die Mekkaner nicht ausreichend unterstützt hätten. Auch der Koranvers 33:26 legt diese Deutung nahe. „Und er ließ diejenigen von den Leuten der Schrift, die sie [d.h. die Ungläubigen] unterstützt hatten, aus ihren Burgen herunterkommen und jagte ihnen Schrecken ein, so dass ihr sie [...] zum Teil töten, zum Teil gefangennehmen konntet.“ Manche Islamkritiker ignorieren allerdings diese Erklärung resp. Rechtfertigung und sehen in der Exekution der Banu Quraiza einen klaren Beleg für Mohammeds Antijudaismus. Der deutsch-jüdische Historiker Heinrich Graetz etwa sah die Vernichtung der Banu Quraiza als einen barbarischen Völkermord und als Beweis für die dem Islam innewohnende antijüdische Einstellung an (Reza Aslan: Kein Gott außer Gott. München 2008, S. 113). Rechtspopulisten wie der für seine hetzerische Sprache bekannte Blogger Michael Mannheimer schlachten das Ereignis geradezu genüsslich aus. „Ein besonders brutales Vorgehen zeigte Mohammed dabei im Jahre 627 n. Chr. gegenüber dem jüdischen Stamm der Banu Quraiza: in seinem Bestreben, Medina ‘judenrein’ zu machen, ließ er siebenhundert Männer dieses jüdischen Stammes (andere Quellen berichten von über tausend Männern) enthaupten und deren Frauen und Kinder versklaven. Es wird berichtet, dass Mohammed bei diesem Massaker selbst aktiv teilgenommen haben soll (Link).

Für Verteidiger des Islam hingegen ist klar, dass dieser Fall mitnichten zeigt, Mohammeds Kampf gelte den Juden als Juden. Die Banu Quraiza seien eben nicht deshalb exekutiert worden, weil sie Juden waren, sondern ausschließlich wegen Vertragsbruchs (vgl. Aslan a.a.O., S. 114). Außerdem sei das Vorgehen gegen die Banu Quraiza „keineswegs zum Präzedenzfall für den späteren Umgang mit den Juden auf islamischen Territorium geworden“ (ebd., S. 115). Der als fortschrittlich geltende Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg e.V. Benjamin Idriz umgeht ein näheres Eingehen auf den Fall und meint nüchtern bis kaltschnäuzig: “Und da das medinensische Volk angegriffen wurde, begann[en] eine Reihe unerwünschter Auseinandersetzungen” (Benjamin Idriz: Grüss Gott Herr Imam. Eine Religion ist angekommen. München 2010, S. 24). Der renommierte Islamwissenschaftler Hartmut Bobzin versteigt sich immerhin zu der Bemerkung, „Mohammeds Vorgehen gegen die Juden“ habe „jedoch nicht zu einer grundsätzlichen judenfeindlichen Haltung des Islams geführt.“ Als sei ihm bei dieser Einschätzung selbst nicht ganz wohl, fügt er in Klammern schnell noch die Erklärung hinzu: „Das Christentum war stets viel judenfeindlicher“ (Hartmut Bobzin a.a.O., S. 107). Suspekt erscheint mir hier jedoch der Komparativ „judenfeindlicher“. Aus Versehen also doch das Eingeständnis von Judenfeindlichkeit im Islam?
Das Massaker sei nach der Stammesethik der damaligen Zeit nicht als unrechtmäßig oder unmoralisch empfunden worden, meint die bekannte Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong (vgl. Aslan a.a.O., S. 114). Auch Hans Küng betont, dass die „Aggression der frühen Muslime“ nicht gegen die Juden als Volk oder ‘Rasse’ gerichtet sei, sondern aus religiös-politischen Gründen“ und zwar auch „’nur’ gegen drei jüdische Stämme“ (Hans Küng: Der Islam Geschichte, Gegenwart, Zukunft. München Zürich 2006, S. 152; Hervor. durch den Verf.), hält aber andererseits anscheinend den Begriff der „ethnischen Säuberung“ für nicht ungerechtfertigt (vgl. ebd.). Der Vernichtung der Banu Quraiza war schließlich die Vertreibung zweier anderer jüdischer Stämme vorausgegangen.

Mit Blick auf die Ermordung und Vertreibung der Juden in Medina hat nun vor kurzem der Arabist Wim Raven unter Rekurs auf eine Arbeit des Islamwissenschaftlers Marco Schöller über „Exegetisches Denken und Prophetenbiographie“ aus dem Jahr 2008 behauptet, es sei „kaum möglich, zu sagen, was damals geschehen ist.“ Die oben erwähnte Standarderzählung aus Ibn Ishaqs Prophetenbiographie sei historiographisch „fast nichts wert, da sie vor allem eine ausführliche Exegese bestimmter Koransuren sei (Wim Raven: Muhammad und die Juden. In: Zenith Nr. 05, 2013, S. 110f). Ganz neu sind derartige Entschärfungsversuche nicht. So haben schon Walid N. Arafat und Barakat Ahmad in den 70er und frühen 80er Jahren Zweifel an der Glaubwürdigkeit der entsprechenden islamischen Quellen angemeldet. Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit der Quellen kann man allerdings, wie bereits erwähnt, noch viel mehr anzweifeln, insbesondere die gesamte Hadith-Literatur, von der eine Reihe wichtiger Islamwissenschaftler behauptet, dass sie den strengen Maßstäben moderner Geschichtsforschung nicht genügt. “Modern Western scholarship has seriously questioned the historicity and authenticity of the hadith [maintaining that] the bulk of traditions attributed to the Prophet Muhammad were actually written much later” (John Esposito: Islam: The Straight Path. Oxford University Press 1998, S. 67). Goldziher, einer der einflussreichsten Gelehrten der westlichen Hadithforschung, sprach den Hadithen (selbst denjenigen aus den kanonischen Sammlungen von Buhari und Muslim) jegliche Glaubwürdigkeit ab (vgl. dazu etwa: Harald Motzki. Wie glaubwürdig sind die Hadithe? Die klassische islamische Hadith-Kritik im Licht moderner Wissenschaft. S. 13, Wiesbaden 2014). Und schon die Theoretiker der klassischen islamischen Gesetzeswissenschaft erkannten, dass die Echtheit nur in den seltensten Fällen mit Sicherheit feststellbar war und man sich daher mit einer bloß wahrscheinlichen Glaubwürdigkeit begnügen musste (ebd., S. 5).

Unangenehmes also aus der Geschichtsschreibung entfernen mit dem Argument der Unsicherheit der Belege? Die immer wieder angezweifelte Zuverlässigkeit islamischer Quellen spielt für die Motivation antijüdischer Aggressionen jedenfalls keine besondere Rolle, ebenso wenig wie übrigens auch der Kontext, in dem diese Stellen zu lesen sind (vgl. dazu etwa Carsten Polanz: Muhammads Beziehung zu den Juden aus koranischer Perspektive. In Islam und Christlicher Glaube. Zeitschrift des Instituts für Islamfragen (IfI) Nr.2/2010. Judentum und Islam, S. 12). Gravierend erscheint zudem die Tatsache, dass die Texte unabhängig von der Frage ihrer Authentizität eine eindeutige Sprache sprechen, was auch Raven nicht bestreitet. „In der ganze Sira ist die Gesinnung oft ausgesprochen antijüdisch“, muss er zugeben (Raven a.a.O., S. 111). Daher gelte: „Moderne muslimische Judenhasser berufen sich“ – und zwar, so sollte man hinzufügen, eben nicht völlig willkürlich – „auf die Standarderzählung, um die Juden nochmal so richtig hassen zu können“ (ebd.). Das heißt: Wenngleich der Widerstand der Juden Medinas zwar nicht für Mohammed und den frühen Islam Initialzündung für einen allgemeinen Kampf gegen Juden gewesen sein mag, ist er gleichwohl als allgemeine Motivation und/oder Rechtfertigungsgrund für den heutigen Islamismus anzusehen. Die Konfrontation zwischen Muslimen und Juden beeinflusste also sehr wohl die Haltung von Muslimen. Sowohl Al Quaida als auch Hamas verdammen die Juden nicht etwa bloß aufgrund der israelischen Besatzungspolitik in Palästina, sondern sehen in dieser so etwas wie ein Erbe der Vergangenheit – Zurückweisung und Verrat des Islam durch die Juden. (vgl. John L. Esposito: Von Kopftuch bis Scharia. Stuttgart 2009, S. 103). Vor allem aber muss man sehen, dass der Wandel in Mohammeds Einstellung zu den Juden nicht bloß im Vertragsbruch eines jüdischen Stammes zu begründen ist. Nach anfänglichen Annäherungsversuchen und der Suche nach Gemeinsamkeiten, als Mohammed noch die Einheit der göttlichen Offenbarungen betonte und bestimmte jüdische Bräuche übernahm (etwa Jerusalem als Gebetsrichtung), wurde das Verhältnis zunehmend feindlicher. Denn die Juden beharrten auf ihrer Religion, blockten Vereinnahmungen ab und entgegneten ihm mit Skepsis und teilweise auch mit Spott (vgl. dazu etwa Polanz a.a.O., S. 5ff sowie Ralf Ludwig: Der Prophet und seine Lehre. München 2002, S. 64ff) – Änderungen, die sich auch im koranischen Vokabular für „Juden“ widerspiegeln, vom neutralen Ausdruck „Kinder Israels“ zum eher negativ besetzen „die Juden“. Vor diesem Hintergrund erscheint manchem die Behauptung, die Tötung und Vertreibung der Juden gründe in deren Zuwiderhandlung gegen die Gemeindeordnung, sogar als nachträgliche Legitimierung (Polanz a.a.O., S. 8). So betrachtet, gründen Mohammeds Kampf gegen die Juden und die entsprechenden antijudaistischen Ausfälle des Koran nicht im Vertragsbruch, sondern darin, dass die Juden ihre eigene Religion behalten wollte – ein fundamentaler Unterschied, mit dem nun auch die Frage nach dem Ursprung des islamischen Antisemitismus angesprochen ist. Diesbezüglich bestehen Apologeten darauf, dass der Islam den Antisemitismus übernommen habe – heutzutage „vom Westen“ und ursprünglich vom Christentum. Der Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer zufolge herrscht in der wissenschaftlichen Literatur „allgemeiner Konsens, dass Kernelemente des christlichen Antijudaismus und des modernen Antisemitismus durch den Kontakt zu Europa in den Nahen Osten gelangten“ (Gudrun Krämer: Demokratien im Islam. Bonn 2011, S. 158). Es ist vor allem Bernhard Lewis, emeritierter Professor für die Geschichte des Vorderen Orients, der die These vom „Import“ des Antisemitismus näher ausgeführt hat. In der islamischen Gesellschaft sei „die Judenfeindlichkeit nicht theologischer Natur.“ Sie hänge „weder mit einer spezifisch islamischen Doktrin zusammen noch mit irgendeinem spezifischen Umstand in der heiligen islamischen Geschichte“ (Bernhards Lewis: Die Juden in der islamischen Welt. München 2004, S. 83). Für das Mittelalter gelte generell, dass trotz der Verdammung von Juden und Judaismus im Koran und in den Hadithen antijüdische Polemik selten gewesen sei, schon deswegen weil die Juden keine politische Bedrohung für die islamische Weltordnung darstellten. Stattdessen seien es christliche Konvertiten gewesen, die ihre Judenfeindlichkeit in den Islam eingebracht hätten (ebd.). Es habe den Anschein, dass die gegen Juden gerichtete islamische Polemik in einem entscheidenden Maße aus christlichem Quellenmaterial stamme und mit den Massenbekehrungen von Christen in das islamische Milieu eingeflossen sei (ebd., S. 84). Den sich ab Ende des 19ten Jahrhunderts verbreitenden Antisemitismus der arabischen Welt stellt Lewis wiederum als eine Art Import dar, diesmal als Import des europäischen Antisemitismus (ebd., S. 165f).

Ein Anhänger dieser „Importtheorie des Antisemitismus“ ist auch Stefan Wild. Im Freitag vom 7.5. 2004 schrieb er: „Ich rede lieber von arabischem Antisemitismus, weil der Antisemitismus nichts ist, was die islamische Kultur von Anfang an begleitet hätte. Antisemitische Klischees wie sie zum Beispiel in den Protokollen der Weisen von Zion zum Ausdruck kommen, sind erst Ende des 19. Jahrhunderts aus Europa übernommen worden.“ Danach befragt, ob es im Islam nicht schon immer ein antijüdisches Ressentiment gegeben habe, meinte er: „Es gibt Stellen im Koran und auch Episoden aus dem Leben des Propheten, in denen Juden schlecht wegkommen.“ Nehmen wir an, ein Pegidaanhänger bezeichnete Moslems als Affen und Schweine: Würde Wild dann auch sagen, dass die Moslems da schlecht weggekommen sind? Für Küntzel baut der europäische Antisemitismus auf dem Christentum auf und wurde ab Mitte des 19ten Jahrhunderts durch Missionare, Händler usw. in den Orient gebracht. Dieser Antisemitismus unterscheide sich aber vom frühen islamischen Antisemitismus: Nicht mit Verachtung begegnete man dem Judentum, sondern man sehe in diesem eine übermächtige Instanz. Der Antisemitismus des frühen Islam verbinde sich später mit der Verschwörungstheorie der Nationalsozialisten. Wichtig erscheint hier der Gedanke, der Islam habe lediglich eine besondere Form des (europäischen) Antisemitismus übernommen. Hingegen gebe es einen anderen Antisemitismus, der bereits im Frühislam auftauche, und zwar im Islam als Religion, d.h. eben: im Koran und in den Hadithen, ein Antisemitismus, der die Juden nicht als Bedrohung betrachte sondern auf sie herabsehe, der keine Angst vor ihnen schüre, sondern sie verachte.

Eine Möglichkeit, den Antisemitismusvorwurf gegen den Islam zu entkräften, die wir bei Bobzin schon kennengelernt haben, besteht in der Relativierung durch Vergleiche mit dem Christentum, etwa den Hinweis, dass es den Juden unter den Muslimen nicht schlechter ging als unter den Christen. Selbst Wistrich räumt jedenfalls für das Mittelalter ein, dass die Juden unter dem Islam eine bessere gesellschaftliche Position besaßen als ihre Glaubensgenossen in christlichen Ländern. Sie wurden im Gegensatz zu ihrer Situation unter dem mittelalterlichen Christentum nicht in Ghettos gesperrt, nicht in die Finanzwelt gedrängt und nicht davon abgehalten, Land zu kaufen (Wistrich, a.a.O. S. 42f). Erwähnung finden unter diesem Blickwinkel auch Tatsachen wie die, dass die Juden, als sie von den katholischen Majestäten Ferdinand und Isabella im 15. Jahrhundert aus Spanien vertrieben wurden, Zuflucht in Nordafrika und im Osmanischen Reich fanden.

Soll nun die These, der Islam habe die Judenfeindschaft von christlichen Missionaren und Konvertiten nur übernommen, an Substanz gewinnen, also bedeuten, dass der Antisemitismus dem Christentum seinerseits immanent sei, ist es nötig, ihn nicht bloß bei den erwähnten Christen, sondern auch in den christlichen Schriften selbst zu finden – eine Frage, die Islamapologeten an dieser Stelle für gewöhnlich gar nicht (mehr) stellen. Fündig scheint man mit Blick auf das Neue Testament dort zu werden, wo den Juden die Schuld am Tod Jesu gegeben wird, etwa in Thess 2,15 (vgl. auch: Mt 27,25; Joh 8,44). Andererseits: Von Jesus – der für den christlichen Glauben von zentraler Bedeutung ist, da er im Gegensatz zu Mohammed nicht (nur) Überbringer einer Botschaft ist, sondern, wie der Orientalist und Religionsphilosoph Frithjof Schuon es pointiert ausgedrückt hat, selber die Botschaft ist (Frithjof Schuon: Von der inneren Einheit der Religionen. Interlaken 1981, S. 115) – von Jesus dürften Muslime den Antisemitismus sicher nicht übernommen haben, nicht nur weil er selbst Jude war (und auch die Evangelisten waren, mit Ausnahme von Lukas, Juden), sondern weil Nächsten- und Feindesliebe dem diametral entgegenstehen – Gebote, die der Islam in der von Jesus gepredigten Radikalität jedenfalls nicht übernommen hat. Auch die bei dieser Gelegenheit immer wieder erwähnte Sure 17, in der es einige Parallelen zu den zehn Geboten gibt, kennt keine Feindesliebe. Als Belege für christlichen Antijudaismus herangezogen werden auch Passagen, in denen Jesus die Pharisäer attackiert: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr kommt nicht hinein, und die hinein wollen, lasst ihr nicht hineingehen“ (Mt 23,13). Allerdings werden auch dort die Juden bzw. Pharisäer nicht kollektiv gebrandmarkt, schon deswegen übrigens nicht, weil Jesus auch in diesen Kreisen Anhänger besaß. Entscheidend ist, dass Jesus nicht die Juden verurteilt sondern eine unter Pharisäern herrschende Glaubenshaltung. Unter der Voraussetzung also, dass Antisemitismus der christlichen Botschaft nicht nur nicht inhäriert sondern ihrem Kern entgegengesetzt ist, verliert das Argument, der Frühislam habe den Antisemitismus vom Christentum übernommen, zweifellos an Aussagekraft. Daher bleibt die Frage: Gibt es so etwas wie einen spezifisch islamischen Antisemitismus oder nicht?

Wenngleich der in der arabischen Welt verbreitete Antisemitismus unterschiedliche externe, außer-islamische Ursachen haben mag, seien es politische im Kontext des Konflikts zwischen Palästina und Israel, so dass der Koran in diesen Fällen nicht Movens für antijüdische Hetze und Gewalttaten ist bzw. sein muss, und wenngleich Antisemitismus im Islam sich (auch) aus anderen Quellen speist bzw. importiert wurde (nicht zwar durch die christliche Botschaft aber durch christliche Missionare und Konvertiten), so kommt der Islam (auch als Religion) antisemitischen Bestrebungen und Handlungen doch entgegen. Das gilt vor allem für die Sira des Propheten als auch für eine Reihe von Hadithen. Antisemitismus islamisch zu begründen fällt daher nicht schwer. Wenn Muslime, etwa die Hamas, Terroranschläge gegen Juden verüben, kann man demnach zwar selbst dann, wenn es entsprechende antisemitische Verse im Koran gibt, bestreiten, dass diese Verse die Ursache für die Gewalt sind und behaupten, sie seien lediglich eine nachträgliche Rechtfertigung. Andererseits ist aber auch die Position, dass der muslimische Antisemitismus (gar ausschließlich) auf den arabisch-palästinensischen Konflikt zurückgeführt werden könnte, ad acta zulegen (vgl. Klaus Faber: „’Islamophobie und Antisemitismus – zwei unterschiedliche Begriffe und Problembeschreibungen. In: „Islamischer Antisemitismus“ und „Islamophobie“, Hrsg.: Friedrich Ebert Stiftung, Berlin 2008, S. 16). Wenn also z.B. der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani in der taz (vom 26.11.2013) auf den Zusammenhang zwischen dem antijüdischen Feindbild in der muslimischen Welt und der Politik Sharons verweist, kann dem nur insoweit Recht gegeben werden, als die israelische Besatzungspolitik Grund für eine Zunahme des muslimischen Antisemitismus ist, nicht aber dessen Auslöser. Auch muss sich derjenige, der meint, der (nur vermeintliche) Antijudaismus sei heute oftmals eigentlich ein Antizionismus, die Frage gefallen lassen, „ob die Ablehnung des jüdischen Staates Israel nicht einen Kern des heutigen Antisemitismus ausmacht“ (Wistrich a.a.O., S. 19).

Wie deutlich geworden sein sollte, ist die negative Einstellung des Islam gegenüber Juden tiefer verwurzelt und viel älter als der israelisch-palästinensische Konflikt. Der Antisemitismus der islamischen Schriften befindet sich eben in diesen selbst. Er wird von Islamgegnern zwar instrumentalisiert, aber er ist nicht deren Erfindung. Schließlich bleibt die im Koran vorfindliche Hetze gegen Juden auch dann Hetze, wenn man sie bloß metaphorisch versteht. Denn ob die Juden in wirkliche Affen und Schweinen verwandelt wurden oder ihnen bloß deren Attribute zugeordnet werden, macht keinen großen Unterschied. Die Metaphorisierung ist in diesem Falle keine Entschärfung und die Diskriminierung bleibt bestehen. Zudem spricht, wie wir sahen, einiges dafür, dass der islamische Antisemitismus seinen Anfang bei Mohammed genommen haben dürfte, zwar nicht sofort und (somit) auch nicht prinzipiell („dem Wesen nach“), aber im Verlaufe seines Werdegangs vom Propheten zum Feldherrn. Provokativ ausgedrückt: Will man zwischen Islam und Islamismus, Muslimen und Islamisten trennen, wäre versuchsweise der Gedanke in Erwägung zu ziehen, dass es sich beim Mohammed der medinensischen Phase um einen Islamisten gehandelt haben könnte.

Die These, der koranische Antisemitismus sei lediglich ein Import antijüdischer Stereotype aus Christentum (so im Mittelalter) bzw. Europa (ab dem 19ten Jahrhundert) macht die Sache nicht besser. Denn – und dies führen sich Islamapologeten selten vor Augen – auch ein übernommener Antisemitismus ist natürlich Antisemitismus. Dieser kann sich zudem auch noch weiter entwickeln. Religion ist dann „nicht mehr das Opium, sondern das Dynamit des Volkes“, wie Assmann mit Blick auf den Nahostkonflikt warnt (Jan Assmann: Religion zwischen Gewalt und Dialog. In: Albert Franz/Clemens Maaß (Hg.): Diesseits des Schweigens, S. 46). Wenn es richtig ist, dass es den Faschismus nicht besser macht, dass er den Antisemitismus von den Nazis übernommen hat, macht es auch nicht den Islam(ismus) besser, wenn er bestimme Formen von Antijudaismus aus Europa übernommen hat. Wer den Islam auf diese Weise entlasten will, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er bei dieser Gelegenheit nicht gleich auch noch den Nationalsozialismus exkulpieren will, baut doch auch dessen Antisemitismus auf einer Tradition auf, die ihm vorangeht.

Es sei festgehalten: Ob antijudaistische Stellen in Koran und Hadithen (ursprüngliches) Movens für islamistische Aktionen gegen Juden sind oder ob diese primär politisch motiviert und erst anschließend islamisch gerechtfertigt werden, kann man nur im Einzelfall klären. Gleichzeitig gilt aber generell, dass der Islam für den Antisemitismus seiner Schriften selbst verantwortlich ist. Er muss sich ihnen ebenso selbstkritisch zuwenden wie auch der eigenen Geschichte.

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ist freier Journalist und schreibt für Fachzeitschriften und Onlinemagazine Artikel und Rezensionen aus den Bereichen Philosophie und Religion. Er hat in Philosophie promoviert.
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