Ein schöner sonniger Morgen war das, und mit dem besseren Herzschlag vom Espresso hat er die paar Schritte von der Shoptür zum Auto richtig mit einer Einstellung gemacht, wo man sagt, Leben vollkommen okay. — Wolfgang Haas

Kulturstruktur?

Ein theoretischer Entwurf

Mit der zunehmende Differenzierung moderner Gesellschaften geht auch die Differenzierung von Ausbildung & Wissenschaft in unendlich viele Studiengänge, Fächer und Methoden einher. Eine gewisse Tendenz hin zu einer “Konvergenz” der Wissenschaften lässt sich nicht bestreiten: Interdisziplinäre Ansätze gibt es wie Sand am Meer. Dennoch: Die Diskussionen um die Hochschulreform und die immer größere Anzahl an Fachhochschulstudiengängen zeigen, dass eine eingehende, wissenschaftliche Selbstreflexion in Ausbildung & Studium nicht mehr vorgesehen ist. Die Weiterbildung zur Sprengung vorgegebener Bildungskonzepte findet sich auf dem Abstellgleis; man trägt das Korsett ökonomischer Verwertbarkeit und zeitlicher Effizienz – und vergisst dabei die Frage: Was hält die Welt im Innersten zusammen?

Mit der zunehmende Differenzierung moderner Gesellschaften geht auch die Differenzierung von Ausbildung & Wissenschaft in unendlich viele Studiengänge, Fächer und Methoden einher. Eine gewisse Tendenz hin zu einer “Konvergenz” der Wissenschaften lässt sich nicht bestreiten: Interdisziplinäre Ansätze gibt es wie Sand am Meer. Dennoch: Die Diskussionen um die Hochschulreform und die immer größere Anzahl an Fachhochschulstudiengängen zeigen, dass eine eingehende, wissenschaftliche Selbstreflexion in Ausbildung & Studium nicht mehr vorgesehen ist. Die Weiterbildung zur Sprengung vorgegebener Bildungskonzepte findet sich auf dem Abstellgleis; man trägt das Korsett ökonomischer Verwertbarkeit und zeitlicher Effizienz – und vergisst dabei die Frage: Was hält die Welt im Innersten zusammen?

Die Kulturstruktur dagegen lenkt den Blick des Betrachters genau darauf: Denn die Natur gibt den Rahmen vor, und die Gesellschaft gibt den Rahmen vor, und das Individuum gibt den Rahmen vor. Und all diese Rahmen erschaffen und zerstören sich gegenseitig – unauflösbar miteinander verflochten, einzig dem Faktor Zeit unterworfen.

Kulturstruktur ist ein Aufruf zur gemeinsamen Überwindung akademischer Telleränder und disziplinärer Engstirnigkeit; ein Aufruf zu Offenheit und Reflexion. Kulturstruktur hinterfragt bestehende Denkmuster und deren soziale Konstruktion. Und Kulturstruktur antwortet in drei Kategorien – Abbilder der Dynamik zwischen Natur, Gesellschaft und Mensch.

Selbstverständlich kann sich die Kulturstruktur in der Praxis eines gewissen Widerspruchs nicht ganz entledigen, stellt doch die Begriffsbildung und Kategorisierung der Inhalte selbst wieder eine Strukturierung dar. Aus diesem Grunde sollen die vorgegebenen Kategorien “Mensch”, “Natur” und “Gesellschaft” auch nur einen losen Rahmen bieten – innerhalb dessen die Beiträge unserer Autoren der Übersicht wegen grob strukturiert werden.

Um dem vieldimensionalen Ansatz der Kulturstruktur auch in der Praxis gerecht zu werden, findet die Strukturierung der Inhalte auf Kulturstruktur außerdem noch auf zwei weiteren Ebenen statt: Neben den Kategorien bietet sich dem Leser noch eine Orientierungshilfe durch Kategorien-übergreifende Themen, die jedem Beitrag zugeordnet werden, sowie über unserer regelmäßig erscheinenden, thematisch gebundenen Ausgaben.

Allerdings machen wir uns nichts vor: “Wo das Chaos auf die Ordnung trifft, gewinnt meist das Chaos, weil es besser organisiert ist.” Dieser Erkenntnis wollen wir mit diesem Magazin Rechnung tragen.