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	<title>Kommentare für Kulturstruktur</title>
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	<description>Politik, Kultur &#38; Mehr.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 09 Jan 2013 18:14:54 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kommentar zu Zur Rolle von Korandeutungen in der aktuellen Islamdebatte. Goodbye Islam? (Fortsetzung) von Christian Rother</title>
		<link>http://www.kulturstruktur.net/zur-rolle-von-korandeutungen-in-der-aktuellen-islamdebatte-teil-2-goodbye-islam/comment-page-1/#comment-282</link>
		<dc:creator>Christian Rother</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jan 2013 18:14:54 +0000</pubDate>
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		<description>Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar und die Worte der Anerkennung!

In der Tat geht es mir nicht um einen Vergleich zwischen Christentum und Islam, sondern darum, etwas Ordnung in die vielschichtige Islamdebatte zu bringen. Vielschichtig ist sie schon deswegen, weil in ihr ganz unterschiedliche (religiöse, kulturelle, politische) Gegensätze diskutiert werden, von denen derjenige zwischen Islam und Christentum eben nur einer unter vielen ist. Mindestens ebenso bedeutsam ist die Opposition zwischen Islam und säkularer bzw. säkularisierter Welt sowie zwischen Islam und „dem“ Westen. Der Islamismus, so wird z.B. behauptet, ist zu weiten Teilen eine Reaktion auf den westlichen Kolonialismus. 

Ich versuche die in der Debatte vertretenen Hauptpositionen auf die hinter ihnen stehenden Motivationen/Interessen zurückzuführen, zunächst mit Blick auf die Islamdebatte im Allgemeinen: Was etwa die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus betrifft, so behaupten deren Gegner, sie sei lediglich aus dem Interesse heraus geschaffen worden, alles „Negative“ aus dem Islam als Religion herauszuhalten, um es eben im politischen Islam (=Islamismus) zu verorten. In späteren Teilen widme ich mich dann den Motivationen für bestimmte Koranauslegungen: Einfachstes Beispiel hier ist die allseits bekannte Tatsache, dass sich Islamgegner für ihre Thesen auf dieselben Verse berufen wie die Islamisten -  die einen, um den Bedrohungscharakter des Islam zu belegen, die anderen, um ihre Handlungen religiös zu legitimieren.

Was das Thema Meinungsfreiheit angeht, bin ich etwas optimistischer. Es mag zwar in bestimmten Mainstream-Medien die Tendenz geben, Kritik am Islam vorschnell als (Islamo)phobie und damit als unsachlich und übertrieben abzuqualifizieren. Wenn man andererseits die (deutsche) Diskussion um das Mohammedvideo mit dem Karikaturenstreit aus dem Jahr 2006 vergleicht, so hat hier m.E. ein Wandel stattgefunden: Ging es vor 7 Jahren noch um den Widerstreit zwischen Achtung religiöser Gefühle auf der einen und Meinungsfreiheit auf der anderen Seite, so scheint dieses Mal die Meinungsfreiheit als solche kaum mehr in Frage gestellt worden zu sein. Nicht so sehr die Provokation selbst galt jetzt als schändlich – d.h.: sie fiel unter Meinungsfreiheit – als die dahinter stehende Absicht von Pro NRW, auf sich selbst aufmerksam zu machen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar und die Worte der Anerkennung!</p>
<p>In der Tat geht es mir nicht um einen Vergleich zwischen Christentum und Islam, sondern darum, etwas Ordnung in die vielschichtige Islamdebatte zu bringen. Vielschichtig ist sie schon deswegen, weil in ihr ganz unterschiedliche (religiöse, kulturelle, politische) Gegensätze diskutiert werden, von denen derjenige zwischen Islam und Christentum eben nur einer unter vielen ist. Mindestens ebenso bedeutsam ist die Opposition zwischen Islam und säkularer bzw. säkularisierter Welt sowie zwischen Islam und „dem“ Westen. Der Islamismus, so wird z.B. behauptet, ist zu weiten Teilen eine Reaktion auf den westlichen Kolonialismus. </p>
<p>Ich versuche die in der Debatte vertretenen Hauptpositionen auf die hinter ihnen stehenden Motivationen/Interessen zurückzuführen, zunächst mit Blick auf die Islamdebatte im Allgemeinen: Was etwa die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus betrifft, so behaupten deren Gegner, sie sei lediglich aus dem Interesse heraus geschaffen worden, alles „Negative“ aus dem Islam als Religion herauszuhalten, um es eben im politischen Islam (=Islamismus) zu verorten. In späteren Teilen widme ich mich dann den Motivationen für bestimmte Koranauslegungen: Einfachstes Beispiel hier ist die allseits bekannte Tatsache, dass sich Islamgegner für ihre Thesen auf dieselben Verse berufen wie die Islamisten &#8211;  die einen, um den Bedrohungscharakter des Islam zu belegen, die anderen, um ihre Handlungen religiös zu legitimieren.</p>
<p>Was das Thema Meinungsfreiheit angeht, bin ich etwas optimistischer. Es mag zwar in bestimmten Mainstream-Medien die Tendenz geben, Kritik am Islam vorschnell als (Islamo)phobie und damit als unsachlich und übertrieben abzuqualifizieren. Wenn man andererseits die (deutsche) Diskussion um das Mohammedvideo mit dem Karikaturenstreit aus dem Jahr 2006 vergleicht, so hat hier m.E. ein Wandel stattgefunden: Ging es vor 7 Jahren noch um den Widerstreit zwischen Achtung religiöser Gefühle auf der einen und Meinungsfreiheit auf der anderen Seite, so scheint dieses Mal die Meinungsfreiheit als solche kaum mehr in Frage gestellt worden zu sein. Nicht so sehr die Provokation selbst galt jetzt als schändlich – d.h.: sie fiel unter Meinungsfreiheit – als die dahinter stehende Absicht von Pro NRW, auf sich selbst aufmerksam zu machen.</p>
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