Als ich mit dem aufräumen fertig war, schlief er, und weil ich so wütend auf ihn war, wrang ich den Putzlappen in sein Ohr aus. — John Irving

Debatte: Augstein goes online

Von | 12. Juni 2009 | Kategorie: Netzstruktur | Unkommentiert | 2.976 Aufruf(e)

Der Blog medienlese.com widmet sich in Kooperation mit der Süddeutschen Zeitung (siehe SZ-Magazin vom 08.06.09) der Zukunft der Medien. Im Interview mit dem Blog sieht der US-Medienwissenschaftler und Online-Enthusiast Jeff Jarvis die deutschen Printmedien unter Zugzwang, viele Zeitungen mittelfristig am Ende und den Quasi-Monopolisten google überraschend unkritisch. Während Jarvis im Streit um Services wie “google-news”

und die Exklusivität von online-content ein strategisches Umdenken seitens der Verlage fordert (“Der Fehler liegt im alten Denken: Zeitungen müssen im Internet nicht mehr sämtliche Inhalte selbst produzieren“)   und vor allem das Innovationspotenzial des Online-Journalismus hervorhebt planen einige deutsche Verlage schwindende Werbeerlöse mittels eines nicht ganz so neuen Konzeptes aufzufangen – der Kulturflatrate. Online-Nutzer sollen mit einer Pauschal- Gebühr für Online-Berichterstattung neues Geld in die Kassen spülen und “Piraterie”  vermeintlich effektiv  bekämpft werden.  In diesem Zusammenhang ist auch ein Artikel in der Zeit zu lesen, der sich neuen technischen Möglichkeiten zur Suche nach (online veröffentlichen) Plagiaten widmet.

Einen anderen Ansatz verfolgt man offenbar hier. Medial&Digital berichtet von “10 Strategien zum Journalismus 2.0″  die  zum Global Media Forum der deutschen Welle eingereicht wurden. Gefordert wird eine stärkere Miteinbeziehung der Nutzer, die ganz im Sinne des web2.0 ihren eigenen Mehrwert schaffen sollen – und dies nicht nur mittels Meinungs-,  sondern auch  Finanzkraft.  So könnten Leser laut Medial&Digital gewünschte Inhalte durch Spenden “vorfinanzieren”, Vorbild ist das Projekt spot.us

Ebenfall schwarz für die klassischen Print-Medien sieht Jakob Augstein, Sohn des Spiegelgründers im Interview mit der Frankfurter Rundschau. “Ich wüsste nicht warum es die Süddeutsche Zeitung in 20 Jahren noch geben sollte…” / “Das Netz hat gewonnen”. Wer allerdings zufällig über Seiten wie diese hier stolpert, schöpft unter Umständen wieder Hoffnung…

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ist Politik- und Soziologiestudent in Mainz und greift auf kulturstruktur überwiegend Themen aus Politik & Gesellschaft auf.
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