wir lieben diese kalte fraktale Grammatik.
das feingliedrige Taumeln des Schnees in der Luft.
— Ron Winkler

Debatte: Augstein goes online

Von | 12. Juni 2009 | Kategorie: Netzstruktur | Unkommentiert | 2.788 Aufruf(e)

Der Blog medienlese.com widmet sich in Kooperation mit der S√ľddeutschen Zeitung (siehe SZ-Magazin vom 08.06.09) der Zukunft der Medien. Im Interview mit dem Blog sieht der US-Medienwissenschaftler und Online-Enthusiast Jeff Jarvis die deutschen Printmedien unter Zugzwang, viele Zeitungen mittelfristig am Ende und den Quasi-Monopolisten google √ľberraschend unkritisch. W√§hrend Jarvis im Streit um Services wie “google-news”

und die Exklusivit√§t von online-content ein strategisches Umdenken seitens der Verlage fordert (“Der Fehler liegt im alten Denken: Zeitungen m√ľssen im Internet nicht mehr s√§mtliche Inhalte selbst produzieren“)¬†¬† und vor allem das Innovationspotenzial des Online-Journalismus hervorhebt planen einige deutsche Verlage schwindende Werbeerl√∂se mittels eines nicht ganz so neuen Konzeptes aufzufangen – der Kulturflatrate. Online-Nutzer sollen mit einer Pauschal- Geb√ľhr f√ľr Online-Berichterstattung neues Geld in die Kassen sp√ľlen und “Piraterie”¬† vermeintlich effektiv¬† bek√§mpft werden.¬† In diesem Zusammenhang ist auch ein Artikel in der Zeit zu lesen, der sich neuen technischen M√∂glichkeiten zur Suche nach (online ver√∂ffentlichen) Plagiaten widmet.

Einen anderen Ansatz verfolgt man offenbar hier. Medial&Digital berichtet von “10 Strategien zum Journalismus 2.0″¬† die¬† zum Global Media Forum der deutschen Welle eingereicht wurden. Gefordert wird eine st√§rkere Miteinbeziehung der Nutzer, die ganz im Sinne des web2.0 ihren eigenen Mehrwert schaffen sollen – und dies nicht nur mittels Meinungs-,¬† sondern auch¬† Finanzkraft.¬† So k√∂nnten Leser laut Medial&Digital gew√ľnschte Inhalte durch Spenden “vorfinanzieren”, Vorbild ist das Projekt spot.us

Ebenfall schwarz f√ľr die klassischen Print-Medien sieht Jakob Augstein, Sohn des Spiegelgr√ľnders im Interview mit der Frankfurter Rundschau. “Ich w√ľsste nicht warum es die S√ľddeutsche Zeitung in 20 Jahren noch geben sollte…” / “Das Netz hat gewonnen”. Wer allerdings zuf√§llig √ľber Seiten wie diese hier stolpert, sch√∂pft unter Umst√§nden wieder Hoffnung…

| | | | | | |   |

Themen: , , ,

thematisch verwandte Beiträge:

ist Politik- und Soziologiestudent in Mainz und greift auf kulturstruktur √ľberwiegend Themen aus Politik & Gesellschaft auf.
Schreibe dem Autor eine Email | Alle Beiträge von

Beitrag kommentieren